Zu aller erst ein kleiner Blick auf meine Cashgame-Erfolge. Da ich natürlich nun auch wieder Vorlesungen besuche bleibt nicht so viel Zeit für Poker, wie mancher sich das eventuell wünschen würde. Es läuft aber weiterhin prima, so dass meine Bankroll nun auf 177,71$ steht. Ich glaube fest daran, dass ich ab Mitte nächster Woche in das nächst höhere Limit 0.05/0.10$ NL Hold’em aufsteigen kann. Mit ziemlichen standardisiertem Poker lässt sich auf den Micro-Limits das meiste Geld holen. Bluffs sollte man, wie ich in einer meiner schlechten Spielstunden feststellen musste, weiterhin vermeiden. Es wird einfach gnadenlos mit Bottom-Pair oder auch A high durchgecallt, als wenn es keinen nächsten Morgen gäbe.
Als Abwechslung zum vielen Cashgame kam mir der heutige private Pokerabend sehr gelegen. Generell spielen wir Tournamentmodus. Cashgame live zu spielen wäre sicherlich eine weitere lohnende Erfahrung. Mir schwebt da im Hinterkopf immer noch ein Wochenende in Wien in einer der Cardcasinos vor. Mal sehen, wann sich dieser „Traum“ verwirklichen lässt. Nun aber zurück zur Pokerrunde.
Mit einem Buy-in von 5€ und einem möglichen Rebuy für 2,50€, aber auch nur halbem Anfangsstack, ging es los. Die Blinds stiegen alle 15min an. Nachdem ich mehrere Hände gefoldet hatte bekam ich KJ in Kreuz auf die Hand und ich raise auf den 3-fachen BB in late position und werde vom SB gereraised auf ca. das doppelte. Nachdem der SB eigentlich jede Hand, die auch nur halbwegs passabel ist, spielt, setzte ich ihn auf keine allzu starke Hand und calle. Der Flop bringt 10 9 X und bringt mir den Gutshot. Der SB raised auf knapp ein drittel Pot und ich calle ziemlich loose. Auf dem Turn paired mein J. Der SB checkt. Unsere Stackgröße war ziemlich gleich groß und ich raise all-in. Auf die Straße setze ich ihn nicht, da er preflop gereraised hat. Q K oder 8 Q hätte er selbst als loose player nur gecallt. Eventuell kam der re-raise mit A 10, also pushe ich. Nach langem Überlegen callt er mit Pocket 6es, der River bringt blank und ich gewinne einen zu diesem Zeitpunkt riesen Pot.
Da der gesamte Tisch (7 Spieler) ziemlich loose agiert, passe ich mein Spiel an und spiele äußerst tight, bis ich Pocket Aces auf der Hand halte. Nach einem Raise vor mir re-raise ich in Position und bekomme ein All-in von einem dritten Spieler, der allerdings nicht mehr viel nachlegen muss. Der ursprüngliche Raiser foldet und ich gewinne den Pot.
Lange passiert nichts mehr, die anderen Spieler hauen sich gegenseitig aus dem Turnier, und ich kann ab und zu die Blinds stehlen. So bahne ich mir meinen Weg ins Headsup.
Eigentlich müsste man „Headsup“ schreiben, denn was nun folgt, ist eigentlich eher als Schlacht zu sehen. Es ist mir kaum möglich mit marginalen Händen den Flop zu sehen. Calls und Raises werden gnadenlos mit einem all-in beantwortet, so dass ich auf eine etwas bessere Hand warten muss. K7 gewinnt glücklich durch eine 7 auf dem Turn gegen einen Flushdraw auf dem Flop und A10s.
Die Gewinnerhand schließlich ist QK. Der Push kommt mit J6 und der Turn bringt einen K, der das Turnier für mich entscheidet.
Im Nachhinein muss ich feststellen, dass ich einiges an Glück hatte, was man im Turnier immer gut gebrauchen kann. Es ist eine nette Abwechslung zum Cashgame, aber macht mir lange nicht soviel Spaß. Eventuell würde sich das bei größeren Turnieren mit längeren Blindstufen ändern, da die 15min doch arg knapp sind und immer etwas mehr Glück erfordern.
Ich hoffe ich kann in den nächsten Pokerrunden weiter gut abschneiden und werde dann gegebenfalls auch hier darüber berichten.
Morgen, Freitag, werde ich übers Wochenende meine ehemaligen Zivikollegen und guten Freunde besuchen, so dass die nächste Cashgamesession vermutlich Sonntagabend stattfinden wird. Sobald ich auf dem neuen Limit spiele bzw. dort einsteige werde ich wieder bloggen.
In diesem Sinne ein gutes Blatt,
cya benedikt


